Coach Till Schneemann · Trailrunning

FTP/LTHR-Test

Der Test zur Bestimmung deiner individuellen Trainingszonen – die Grundlage für jede Intensitätsvorgabe in deinem Trainingsplan.

Mit diesem Test ermittelst du deine individuellen Trainingszonen. Sie bilden die Grundlage für die unterschiedlichen Intensitätsbereiche, die ich in deinem Trainingsplan für jede einzelne Einheit definiere. Diese Bereiche (oder Zonen) lassen Spielraum zur Interpretation und werden je nach Sportart und Trainingsphilosophie unterschiedlich benannt und definiert. Ich persönlich teile die Intensitätsstufen in 6 Zonen ein – das hat sich für mich (und natürlich auch für andere Sportwissenschaftler) im Lauftraining als praktikabel erwiesen.

1 Regeneration 2 Grundlage 3 Entwicklungsbereich 4 Schwellentraining 5 Spitzenbereich 6 Sprints

Ohne zu tief ins Detail zu gehen: Im Körper laufen unterschiedliche metabolische Prozesse an, je nachdem in welcher Intensität du aktiv bist. Diese Prozesse wollen alle trainiert werden – allerdings mit unterschiedlichen Dosierungen. Du kannst es dir in etwa so vorstellen, dass ein Haus ein Dach und einen Giebel braucht, ohne ein stabiles Fundament ist das Dach aber eine wackelige Angelegenheit. Im übertragenen Sinne bildet das Grundlagentraining das Fundament und kurze Sprints den Dachgiebel.

Die Zonen können auf unterschiedliche Art und Weise ermittelt werden. Aufwendige (und meistens teure) Labortests bilden eine Möglichkeit. Für den Breitensportler sind wiederholte Feldtests vor der Haustür allerdings ebenso zuverlässig wie einfach umzusetzen.

Ich ermittle die Zonen mit den Ergebnissen des FTP-Tests (Functional Threshold Power). Ganz richtig gesagt ist es in unserem Fall der LTHR-Test (Lactate Threshold Heart Rate Test). Ursprünglich kommt der FTP-Test aus dem Radsport, lässt sich aber hervorragend auch auf den Laufsport übertragen.

Was wollen wir damit herausfinden?

Die Idee hinter diesem Test ist, dass wir deine Laktatschwelle ermitteln. Diese Schwelle liegt bei der Belastung, die du über eine Dauer von ca. 45–50 Minuten maximal durchhalten kannst. Von der Laktatschwelle werden deine Trainingsbereiche abgeleitet.

Alternativ zum FTP-Test können auch die Werte aus einem flachen 10‑km-Straßenlauf herangezogen werden.

Die Durchführung

Streckenwahl

Für die Streckenwahl ist eine 400‑m-Bahn optimal, es geht aber auch auf der Straße oder einem großen Parkplatz außerhalb der Geschäftszeiten. Wichtig ist, dass die Strecke flach ist, keine Laufunterbrechungen provoziert werden (Ampeln, Fußgänger etc.) und der Test im Idealfall unter gleichen Bedingungen wiederholt werden kann. Such dir also eine Strecke nahe deinem Heimatort.

Vorbereitung

Den Test nur durchführen, wenn du gesund bist.
Den Test nur durchführen, wenn du erholt und motiviert bist.
Starte mit gut gefüllten Kohlenhydratspeichern, um deine volle Leistungsfähigkeit ausschöpfen zu können.
Trage deinen Pulsgurt (falls vorhanden).
Laufe mit GPS- bzw. Puls-Uhr.

Ablauf

10 Minuten bei niedrigem Puls locker warmlaufen.
5 Minuten Lauf-ABC: Hopserlauf, Sidesteps, Anfersen, Skippings – zum Schluss 3 Steigerungsläufe über ca. 50 Meter.
Jetzt beginnt die eigentliche Aufzeichnung.
Laufe 30 Minuten im 10‑km-Wettkampftempo. Dieses Tempo solltest du über die volle Zeit gleichmäßig durchhalten können, nach 30 Minuten aber nicht mehr viele Reserven haben. Kurz gesagt: 30 Minuten konstantes All-Out.
Drück nach 10 Minuten die LAP-Taste – nur so zeigen dir Garmin Connect, Strava & Co. hinterher die Durchschnittswerte des richtigen Abschnitts an. Mit der Premiumversion von TrainingPeaks kannst du den Abschnitt auch nachträglich ohne LAP-Taste markieren.
Laufe ohne Partner. Läufst du mit „Zugpferd“ oder im Wettkampf, verlängere die Dauer auf ca. 45–50 Minuten – deine Motivation, dich zu quälen, ist dann größer.
5–10 Minuten locker auslaufen.
Bei der ersten Durchführung hast du wahrscheinlich noch nicht das optimale Gefühl, direkt das richtige Tempo zu treffen. Der Test wird je nach Plan 1–2 Mal wiederholt, und mit der Zeit kannst du dich von Beginn an besser einschätzen.

Die Auswertung

Für die Auswertung nimmst du die Durchschnittswerte der letzten 20 Minuten aus dem 30-Minuten-Belastungsbereich – dadurch wird anfängliches Überpacen korrigiert.

Die Durchschnittswerte werden dir von der Software einiger Hersteller nur angegeben, wenn du die LAP-Taste zum Start und Ende der 20 Minuten drückst.
Werte eintragen

Jetzt Trainingszonen berechnen

Trag deine Durchschnittswerte für Herzfrequenz und Pace in den Trainingszonen-Rechner ein – alle sechs Zonen werden sofort live berechnet, direkt hier auf der Seite.

Zum Trainingszonen-Rechner

Zonen in dein TrainingPeaks-Konto übertragen

Damit dir bei jedem Training deine ganz individuellen Trainingsbereiche angezeigt werden, trägst du die berechneten Zonen abschließend in TrainingPeaks ein (solltest du den Plan per PDF nutzen, ist dieser Schritt nicht notwendig):

In TrainingPeaks einloggen und zu den Athlete Account Settings wechseln.
Im Reiter Zones die Bereiche Heart Rate und Speed/Pace öffnen.
WICHTIG: bei der Herzfrequenz nutze ich 5 Zone, bei der Pace 6 Zonen.
Deine Threshold-Werte (Laktatschwelle HF bzw. Pace) eintragen und die sechs Zonen aus dem Rechner oben 1:1 übernehmen.